Acht Schläge Rückstand nach Runde eins, ein Herzschlagfinale am letzten Grün und eine souveräne Titelverteidigung bei den Damen: Die Bayerischen Meisterschaften im GC München Valley boten Spannung bis zum Schluss. Korbinian Walther und Annabelle Sapper heißen die neuen Bayerischen Meister 2026.
Acht Schläge Rückstand nach Runde eins, ein Herzschlagfinale am letzten Grün und eine souveräne Titelverteidigung bei den Damen: Die Bayerischen Meisterschaften im GC München Valley boten Spannung bis zum Schluss. Korbinian Walther und Annabelle Sapper heißen die neuen Bayerischen Meister 2026.
Drei Tage Spitzengolf, sommerliche Temperaturen und ein Finale, das erst auf dem letzten Grün entschieden wurde: Die Bayerischen Meisterschaften der Damen und Herren presented by BMW im Golfclub München Valley boten beste Werbung für den Amateurgolfsport in Bayern. Bei den Herren krönte sich Korbinian Walther (GC Am Habsberg) nach einer beeindruckenden Aufholjagd erstmals zum Bayerischen Meister. Bei den Damen ließ Titelverteidigerin Annabelle Sapper (Münchener GC) über das gesamte Wochenende keinen Zweifel daran, dass der Titel nur über sie führen würde.
Nach der ersten Runde schien der Titelkampf bei den Herren bereits eine klare Richtung einzuschlagen. Noah-Elia Auner (GC Augsburg) eröffnete das Turnier mit einer überragenden 64er-Runde (-8) und spielte sich früh an die Spitze des Feldes. Korbinian Walther hingegen erwischte mit einer Par-Runde keinen optimalen Start. Acht Schläge trennten ihn nach 18 Löchern vom Führenden.
Doch der Spieler des GC Am Habsberg antwortete eindrucksvoll. Mit einer starken 66 (-6) am Samstag spielte Walther die beste Runde der Spitzengruppe und verkürzte seinen Rückstand auf Spitzenreiter Noah-Elia Auner von acht auf nur noch zwei Schläge. Plötzlich war das Titelrennen wieder völlig offen.
Auch am Finaltag blieb es eng. Auner ließ nicht locker, Ludwig machte ebenfalls Druck. Walther dagegen blieb seiner Linie treu. Keine unnötigen Risiken, keine Hektik. Stattdessen konsequentes, fehlerarmes Golf.
„Es war bis zum Schluss eng. Noah hat hinten raus noch richtig gutes Golf gespielt, Marian hat stark geputtet und ich konnte mich nie wirklich absetzen.", so Walther nach der spannenden Runde. „Ich wollte auf keinen Fall anfangen zu attackieren. Steady Golf – das war mein Plan. Am Ende hat genau das funktioniert.“
Mit einer abschließenden 68er-Runde (-4) drehte Walther das Turnier komplett und sicherte sich mit insgesamt zehn Schlägen unter Par seinen ersten Bayerischen Meistertitel. Auner und Ludwig teilten sich mit nur einem Schlag Rückstand Rang zwei.
Für Walther war es zugleich ein besonderer Abschied. Nach eigenen Angaben war es sein letzztes Amateurturnier, denn in den kommenden Wochen wagt der Spieler des GC Am Habsberg den Schritt ins Profilager.
Dass die Meisterschaft tatsächlich erst auf den letzten Metern entschieden wurde, unterstrich eine besondere Situation auf Bahn 18. Noah-Elia Auner hatte mit einem eingelochten Ball noch die Chance, ein Stechen gegen Walther zu erzwingen.
Nach seinem Schlag aus dem Grünbunker kam der Ball zunächst in einer steilen Hanglage außerhalb des Grüns zur Ruhe. Während seines Rückschwungs setzte sich der Ball jedoch ohne äußeren Einfluss selbstständig in Bewegung und rollte auf das Grün. Nach Prüfung durch die Referees musste der Ball von seiner neuen Lage weitergespielt werden. Ein Strafschlag fiel zwar nicht an, der Ball durfte jedoch auch nicht zurückgelegt werden (Regel 9.1b und 9.3). Der entscheidende eingelochte Putt blieb aus – Walther durfte jubeln.
Bei den Damen verlief die Meisterschaft an der Spitze zunächst deutlich eindeutiger. Titelverteidigerin Annabelle Sapper übernahm bereits am Freitag mit einer 70 (-2) die Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab. Mit einer weiteren starken Runde am Samstag baute sie ihren Vorsprung bereits vor dem Finaltag auf zehn Schläge aus und ging mit einem komfortablen Polster in die Schlussrunde.
Die Münchnerin ließ sich auch von den anspruchsvollen Bedingungen nicht aus der Ruhe bringen. Sommerliche Temperaturen, zeitweise große Hitze und immer wieder auffrischender Wind machten den ohnehin anspruchsvollen Platz zusätzlich schwer spielbar. Vor allem das dichte High Rough neben den Fairways verschlang zahlreiche Bälle und zwang viele Spielerinnen und Spieler dazu, die komplette dreiminütige Suchzeit auszuschöpfen. Trotz der trockenen Witterung präsentierte sich der Golfclub München Valley in hervorragendem Zustand.
"Ich hatte eigentlich gar keine Erwartungen. Ich wollte einfach gutes Golf spielen und Spaß haben. Natürlich hatte ich zuletzt ein paar gute DGL-Runden, aber ich habe einfach geschaut, wie weit mich das bringt.", resümierte Sapper nach erfolgreicher Titelverteidigung. "Hier in Valley kann jederzeit alles passieren. Deshalb habe ich bis zum Schluss versucht, ruhig zu bleiben und möglichst wenige Fehler zu machen."
Mit insgesamt 214 Schlägen (-2) verteidigte Sapper ihren Bayerischen Meistertitel souverän. Dahinter sorgte Anna Weicker (GC Augsburg) am Finaltag für die Aufholjagd des Tages. Mit einer starken 68er-Runde – der besten Schlussrunde des gesamten Damenfeldes – verbesserte sie sich noch vom fünften auf den zweiten Platz und sicherte sich die Vizemeisterschaft. Bronze ging an Cosima Feßmann (GC am Reichswald), die sich mit konstanten Runden von 75, 77 und 71 Schlägen über das gesamte Wochenende in der Spitzengruppe behauptete.
105 Spielerinnen und Spieler kämpften an drei Turniertagen um die Bayerischen Meistertitel. Der Golfclub München Valley präsentierte sich trotz der trockenen Witterung in hervorragendem Zustand und verlangte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit schnellen Grüns, auffrischendem Wind und hohem Rough höchste Präzision ab.
Am Ende standen zwei unterschiedliche, aber gleichermaßen verdiente Sieger fest: Korbinian Walther, der sich nach einer eindrucksvollen Aufholjagd erstmals zum Bayerischen Meister krönte, und Annabelle Sapper, die ihren Titel mit beeindruckender Konstanz erfolgreich verteidigte.