Text: Tobias Hennecke Bilder: DGV Philipp Eibl

Vom Aufsteiger zum Champion: Habsberg schreibt Geschichte

Der GC Am Habsberg ist Deutscher Mannschaftsmeister 2026. Beim Final Four im GC München-Riedhof bezwingt der Aufsteiger den Frankfurter GC mit 7:5 und vollendet eine Entwicklung, die vor fünf Jahren noch in der Landesliga begann. Den entscheidenden Impuls setzt Leon Breimer mit einem 8&7-Sieg.

Um 19.35 Uhr gibt es für die Männer des GC Am Habsberg kein Halten mehr. Auf dem 18. Grün des GC München-Riedhof fließen die ersten Tränen, kurz darauf hallt „Campeones“ über die Anlage. Der Pokal bleibt in Bayern.

Mit einem 7:5 gegen den Frankfurter GC gewinnt das Team aus der Oberpfalz das Final Four der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf. Als Aufsteiger. In seiner ersten Saison in der 1. Bundesliga. Fünf Jahre nach dem Start in der Landesliga. "Ich hatte die ganze Woche das Gefühl, dass hier heute etwas Großes passieren kann", sagte Captain Christian Stibor nach dem Finale. "Jetzt haben wir den Titel. Kann mich jemand mal zwicken?"

Breimer bringt Habsberg auf Kurs

Nach den vier Vierern war das Endspiel noch völlig offen. Habsberg und Frankfurt gingen mit einem 2:2 in die Einzel. Dort setzte Trainer Peter Wolfenstetter gleich im ersten Match auf Leon Breimer.

„Er kann im Matchplay ein echter Killer sein und sollte unsere Lokomotive auf dem Weg zum Titel sein“, erklärte Wolfenstetter.

Breimer erfüllte diese Rolle eindrucksvoll. Gegen den Frankfurter Michael Pfeifer gewann er mit 8&7 und sorgte früh für ein deutliches Signal an seine Mannschaft. Habsberg nutzte den Schwung, behauptete sich auch in den folgenden Partien und brachte den Vorsprung bis zur Entscheidung ins Clubhaus.

Der Titel ist der vorläufige Höhepunkt einer Entwicklung, die im deutschen Mannschaftsgolf ihresgleichen sucht. Innerhalb von fünf Jahren stieg der Club aus dem Landkreis Neumarkt von der Landesliga bis in die höchste deutsche Spielklasse auf. Nun steht Habsberg bereits in seiner ersten Bundesligasaison ganz oben.

„Diese Jungs sind unglaublich“, sagte Wolfenstetter. „Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf dieses Team bin, das über die Jahre zu einer echten Familie geworden ist.“

Ein Final Four mit besonderen Vorzeichen

Auch der Weg des Frankfurter GC ins Finale verlief ungewöhnlich. Einen Tag vor Beginn der Halbfinals wurde das Team aus St. Leon-Rot infolge einer Entscheidung des Landgerichts Wiesbaden aus dem Wettbewerb genommen. Hintergrund war der Einsatz eines nach Auffassung des Gerichts nicht spielberechtigten Akteurs an Spieltagen.

Frankfurt rückte dadurch kurzfristig auf den zweiten Tabellenplatz und in das Final-Four-Feld. Die Mannschaft reiste erst am Freitag an und konnte ihre Proberunde wegen eines Gewitters nicht beenden. Trotzdem setzte sie sich im Halbfinale gegen den GC Hubbelrath durch.

„Unsere Vorbereitung war natürlich nicht optimal“, sagte Frankfurts Trainer Jan Pelz. „Dass wir uns im Halbfinale gegen Hubbelrath durchsetzen konnten, war so nicht zu erwarten. Aber die Mannschaft hat das super gemacht.“

Im Finale fehlte den Hessen schließlich ein Punkt zum Titelgewinn. Bronze sicherte sich der GC Hubbelrath mit einem 6,5:5,5 gegen den G&LC Berlin-Wannsee.

Der Meisterpokal bleibt in Bayern

Für den GC München-Riedhof endet mit dem Final Four 2026 eine dreijährige Zeit als Gastgeber des Saisonhöhepunkts. DGV-Präsident Claus Kobold dankte dem Team um Clubpräsident Christian Walther und Geschäftsführer Kariem Baraka sowie den Mitarbeitern, Volunteers und Greenkeepern für die Organisation der Veranstaltung.

2027 zieht das Final Four weiter zum Golfclub Schloss Myllendonk ins Rheinland. Der letzte Titel auf dem Riedhof aber gehört einer Mannschaft aus Bayern. Peter Wolfenstetter hatte schon vor der Saison vom Final Four gesprochen. Nicht jeder hielt dieses Ziel damals für realistisch. Wenige Monate später steht der GC Am Habsberg als Deutscher Mannschaftsmeister fest.

Ein Aufsteiger, der sofort den Titel gewinnt. Und ein Team aus der Oberpfalz, das den größten Erfolg seiner Clubgeschichte auf einem bayerischen Grün feiern durfte.

Berlin-Wannsee krönt starken Final-Four-Auftritt mit dem Titel

Auch bei den Frauen wurde der Titel erst am Sonntagnachmittag vergeben. Der G&LC Berlin-Wannsee setzte sich im Finale mit 5,5:3,5 gegen den Hamburger GC durch und krönte damit eine bemerkenswerte Woche am Riedhof. Bereits im Halbfinale hatten die Berlinerinnen Titelverteidiger St. Leon-Rot nach einer dramatischen Entscheidung im Stechen bezwungen. Im Endspiel sorgte die erst 15 Jahre alte Camille Peltier mit einem Ass auf Bahn zwei für den spektakulärsten Moment, ehe Catharina Lohoff mit ihrem 3&1-Erfolg auf Loch 17 den Meistertitel perfekt machte. Bronze ging an St. Leon-Rot, das sich im kleinen Finale deutlich mit 7:2 gegen den Stuttgarter GC Solitude durchsetzte.

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