Acht Professionals, ein starkes Amateurfeld und 54 Löcher um die letzten bayerischen Einzeltitel des Jahres: Vom 9. bis 11. Oktober trifft sich Bayerns Golfelite im Münchener Golf Club zur Offenen Bayerischen Meisterschaft. Titelverteidiger Nicolas Horder bekommt dabei Konkurrenz von einem frischgebackenen Aufsteiger, einem ehemaligen Champion in Topform – und einigen Amateuren, die den Pros den Titel durchaus streitig machen können.
Am Ende zählt nur der Score. Das ist der vielleicht größte Reiz der Offenen Bayerischen Meisterschaft. Wenn am Freitag im Münchener Golf Club die erste Runde beginnt, stehen Professionals und Amateure nicht in getrennten Wertungen nebeneinander. Sie spielen gemeinsam um den Titel.
Und ein Blick auf die Meldeliste zeigt: Das könnte in diesem Jahr besonders interessant werden.
Acht Professionals stehen im Feld. Ihnen gegenüber steht eine große Gruppe ambitionierter Amateure und einige davon mit einem Handicap, das sich auch im Vergleich mit den Profis sehen lassen kann.
Die prominenteste Geschichte der vergangenen Tage gehört Philipp Macionga. Der 21-Jährige vom GC Augsburg kommt mit dem bislang größten Erfolg seiner Profikarriere nach München. Rang drei in der Order of Merit der Pro Golf Tour bedeutet den Aufstieg auf die HotelPlanner Tour 2027.
Bei der Offenen Bayerischen hat Macionga gleichzeitig noch etwas offen. Vor einem Jahr beendete er die 54 Löcher wie Nicolas Horder bei zwölf unter Par. Erst im Stechen fiel die Entscheidung zugunsten Horders. Nun treffen beide wieder aufeinander.
Macionga reist als frischgebackener HotelPlanner-Tour-Spieler an. Horder als Titelverteidiger.
Und Macionga hat sein Ziel für dieses Wochenende bereits ziemlich eindeutig formuliert:
"Dann will ich natürlich auf jeden Fall gewinnen."
Doch möglicherweise kommt der formstärkste Spieler im Feld aus einer anderen Richtung. Leon Breimer steht nicht nur mit dem niedrigsten Handicap der gesamten Meldeliste an erster Stelle. Der Professional vom GC Habsberg kommt auch mit einem Sieg im Gepäck.
Bei den PGA Pro Days Ende September setzte er sich mit Runden von 68 und 67 Schlägen durch. Besonders interessant: Die erste dieser beiden Runden spielte Breimer bereits im Münchener Golf Club. Der Platz dürfte ihm also aktuell ziemlich gut gefallen. Und auch das Gefühl, eine Offene Bayerische zu gewinnen, kennt er bereits: 2022 holte Breimer den Titel.
Neben Breimer, Macionga und Horder gehören Linus Lang vom GC Bad Wörishofen, Martin Obtmeier vom GC Straubing und Aaron Leitmannstetter vom GC München Eichenried zu den Professionals mit den niedrigsten Handicaps im Feld.
Wer daraus allerdings ein reines Duell der Professionals macht, unterschätzt dieses Turnier.
Ganz vorne in der Meldeliste der Amateure steht Luca Scheublein vom GC Olching. Sein Handicap Index: -5,5. Damit geht er mit exakt demselben Wert ins Turnier wie Titelverteidiger Nicolas Horder und nur knapp hinter Macionga. Direkt dahinter folgt mit Annabelle Sapper vom Münchener GC (-4,8) eine der stärksten Amateurinnen im Feld. Dazu kommen unter anderem Leon Marc Lange vom GC München Valley (-4,4), Moritz Dietz aus Bad Griesbach (-3,2) sowie die Münchner Maximilian Hirsch, Lilly Dullinger und Jessica Lindlau mit jeweils -3,1.
Das ist mehr als eine statistische Randnotiz.
Die Offene Bayerische hat längst bewiesen, dass ein Amateur hier nicht nur mitspielen, sondern das gesamte Turnier gewinnen kann. 2024 holte Leon Heeder vom Münchener GC den Titel bei den Herren. Warum sollte es 2026 anders sein?
Auch der Gastgeber selbst ist auffällig stark vertreten.
Neben Sapper, Hirsch, Dullinger und Lindlau stehen unter anderem Ben-Luca Leupold, Noelia Schlemmer-Taberner, Theresa Steinberg, Philipp Buchner, Michael Louis Paul und Caroline Steingrübner für den Münchener GC auf der Meldeliste. Für sie kommt zum Kampf um die Bayerische Meisterschaft noch ein anderer Faktor hinzu: Sie kennen den Platz. Über drei Runden kann genau das zum Vorteil werden.
Drei Tage bleiben, um sich die letzten bayerischen Einzeltitel der Saison zu holen.
Für Horder geht es um die Titelverteidigung. Für Macionga um die Revanche nach dem verlorenen Stechen und den perfekten Abschluss einer ohnehin besonderen Saison. Breimer kommt mit einem frischen Sieg. Und dahinter wartet ein Amateurfeld, das stark genug ist, um die vermeintliche Hierarchie jederzeit durcheinanderzubringen.
Am Freitag geht es los und spätestens dann spielt es keine Rolle mehr, wer Professional ist und wer Amateur. Zuschauer sind bei freiem Eintritt natürlich herzlich willkommen.
Dann zählt nur noch, wer nach 54 Löchern ganz oben steht.