Eric Dörrenberg und Luca Scheublein gewinnen die Bayerische Vierer Meisterschaft im GC Schloss Maxlrain mit vier Schlägen Vorsprung. Beim einzigen reinen Damenteam fehlt nur ein Schlag zu Bronze. Und wie anspruchsvoll die schnellen Grüns waren, hatten die BGV-Referees schon vor dem ersten Turniertag erfahren.
Wie schnell diese Grüns waren? Ein BGV-Referee hatte dazu die passende Geschichte parat. Am Donnerstag, nach der Platzvorbereitung, hatten die Unparteiischen selbst noch neun Löcher gespielt. Gleich auf der ersten Bahn brauchten alle vier Putts. Eine kleine Episode, die einiges über die Herausforderung dieses Meisterschaftswochenendes erzählt.
11,5 auf dem Stimpmeter, dazu ein Platz in hervorragendem Zustand: Der GC Schloss Maxlrain war bereit für die Bayerische Vierer Meisterschaft. Und auch das Wetter spielte mit. Am 19. und 20. September, dem ersten Wiesnwochenende, erwischten die 52 Paarungen zwei traumhafte Septembertage. Das Teilnehmerfeld war damit bis auf den letzten Platz besetzt. Wer sich für Golf entschieden hatte, hatte jedenfalls gute Argumente auf seiner Seite.
Zum Auftakt wurde Bestball gespielt: Beide Partner spielen ihren eigenen Ball, an jedem Loch zählt das bessere der beiden Ergebnisse für das Team. Wer angreift, kann also auf die Absicherung seines Partners hoffen. Eine Spielform, die Raum für niedrige Rundenergebnisse bietet, die man trotzdem erst einmal ins Clubhaus bringen muss.
Eric Dörrenberg vom GC Habsberg und Luca Scheublein vom GC Olching gelang das besonders eindrucksvoll. Ihre 61 war das herausragende Ergebnis des Samstags und brachte ihnen drei Schläge Vorsprung ein.
Ein komfortables Polster? Vielleicht. Eine Vorentscheidung war es angesichts der Verfolger noch nicht. Luis Ertinger und Aarav Agrawal vom GC Am Reichswald lagen mit ihrer 64 ebenso in Schlagdistanz wie Timo Issler vom Münchener GC und Marcus Kronast vom GC München-Riedhof.
Nur einen weiteren Schlag dahinter: Cosima Feßmann vom GC Am Reichswald und Anna Weicker vom GC Augsburg. Mit einer 65 hatte sich das einzige reine Damenteam des Feldes mitten ins Rennen um die Medaillen gespielt.
Vier Paarungen, vier Schläge Unterschied. Für den Sonntag war damit einiges angerichtet.
Zur Finalrunde änderte sich die Aufgabe deutlich. Im klassischen Vierer spielen die Partner gemeinsam einen Ball und schlagen ihn abwechselnd. Auch die Abschläge werden abwechselnd übernommen: Ein Partner beginnt an den ungeraden, der andere an den geraden Löchern. Einen zweiten Ball zur Absicherung gibt es nicht mehr. Für die abschließende Bruttowertung werden die Ergebnisse beider Tage addiert.
Dörrenberg und Scheublein meisterten auch diese Umstellung. Ihre 71 war erneut die beste Runde des gesamten Feldes. Niemand konnte ihren Vorsprung in der Tagesabrechnung verkürzen, am Ende bauten sie ihn sogar noch um einen Schlag aus.
Mit insgesamt 132 Schlägen sicherten sich die beiden den Titel. Das Bemerkenswerte daran: Ihr Erfolg lebte nicht allein von der außergewöhnlichen Auftaktrunde. Sie waren in beiden Spielformen die Besten.
Hinter ihnen entschied ein einziger Schlag über Silber und Bronze. Ertinger und Agrawal legten eine 72 nach und kamen auf insgesamt 136 Schläge. Issler und Kronast benötigten am Finaltag 73 Schläge und beendeten die Meisterschaft mit 137. Aus dem Gleichstand nach Runde eins wurde damit Platz zwei für das Reichswalder Duo und Platz drei für Issler und Kronast.
Für Dörrenberg und Scheublein ist Maxlrain der nächste Höhepunkt einer ohnehin erfolgreichen Saison. Scheublein hatte bei der Deutschen Meisterschaft bereits Platz zwei belegt. Dörrenberg holte mit dem GC Am Habsberg die Bayerische und die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Jetzt gewinnen sie auch gemeinsam.
Dass Feßmann und Weicker als einziges reines Damenteam antraten, ist die eine Geschichte. Dass ihnen am Ende nur ein Schlag zu Bronze fehlte, die sportlich viel interessantere.
Auch sie spielten am Sonntag eine 73 und hielten damit mit den späteren Bronzemedaillengewinnern Schritt. Den einen Schlag Rückstand aus der Auftaktrunde konnten sie allerdings nicht mehr aufholen. Mit insgesamt 138 Schlägen belegten sie Rang vier – unmittelbar hinter den Medaillenplätzen und zwei Schläge vor dem nächsten Duo.
Platz fünf ging an Leopold Heß vom Golf- und Landclub Holledau und Ben Rehn vom GC Augsburg, die auf ihre 67 vom Samstag eine 73 folgen ließen und das Turnier mit 140 Schlägen abschlossen.
So eng es hinter den Siegern zuging, so eindeutig fiel die Entscheidung ganz vorne aus. Auf Grüns, die selbst den Referees bei ihrer eigenen Runde einiges abverlangt hatten, lieferten Dörrenberg und Scheublein zweimal das beste Ergebnis. Die 61 war ihre Ansage. Die 71 machte sie zu Bayerischen Vierermeistern.