Philipp Macionga hat seinen ersten Sieg auf der Pro Golf Tour geholt – und das ausgerechnet zum Auftakt des German Swing. Der Augsburger setzte sich bei der VcG Bodensee Open in einem nervenstarken Stechen gegen den Franzosen Louis Bonte durch.
Es war ein Finale wie gemacht für die letzte Bahn. Im Golfclub Owingen-Überlingen, mit Panoramablick über den Bodensee bis zu den Alpen, kristallisierte sich ein Zweikampf zweier Spieler heraus, die zwar längst auf der Pro Golf Tour angekommen waren – aber beide noch auf ihren ersten Sieg warteten.
Bonte war nach zwei 65er-Runden als Spitzenreiter ins Finale gegangen. Der Franzose konnte sich zwischenzeitlich absetzen, brachte den Vorsprung aber nicht ins Ziel. Nach einer 70 (-1) lag er schlaggleich mit Macionga bei 13 unter Par. Der Augsburger aus dem National Team Germany hatte sich mit drei Birdies im Schlussdrittel und einer 67 (-4) ins Stechen gespielt.
Dann die 18. Bahn. Kurzes Par 4, Teich vor dem Grün. Beide wählten denselben defensiven Weg: Eisen aufs Fairway, Pitch über das Wasser. Erstes Extraloch: zweimal Birdie. Zweites: zweimal Par. Erst im dritten Anlauf fiel die Entscheidung. Macionga legte seinen Pitch nah an die Fahne und lochte aus gut einem Meter. Zuvor hatte Bontes kurzer Putt das Loch hauchdünn verfehlt.
Platz drei teilen sich der Schweizer Mauro Gilardi und Antoine Bachelier (Frankreich). Unter den besten Zehn landeten von deutscher Seite auch Velten Meyer und Niklas Griffiths (T6) sowie Nils Dobrunz und Martin Obtmeier (T10). Aarav Agrawal vom GC Am Reichswald wurde geteilter 13. mit einem Gesamtergebnis von vier unter Par.
Für den 20-Jährigen endete ein kräftezehrender Tag mit einem emotionalen Heimsieg – am Morgen hatte er noch zwei Löcher seiner wegen Regens unterbrochenen zweiten Runde nachholen müssen. „Es ist wirklich der Wahnsinn", sagte das Top-Talent. „Ich war in den vergangenen Jahren ein paar Mal nah dran, habe es am Ende aber nie geschafft. Vor Saisonbeginn habe ich mir gedacht: ‚Wenn ich dieses Jahr irgendwo gewinnen möchte, dann am liebsten in Deutschland.' Dass es jetzt geklappt hat, ist einfach unglaublich."
Der Augsburger fühlte sich getragen. „Das Schöne war heute vor allem auf den zweiten Neun die Unterstützung der Zuschauer. Man spürt dann einfach, dass die Leute möchten, dass man gewinnt. Außerdem ist die Anlage nur etwa zwei Stunden von zu Hause entfernt. Meine Großeltern waren am ersten Tag sogar vor Ort. Das war natürlich besonders schön."
Lob fand er auch für den Meisterschaftsplatz, der die Regenfälle erstaunlich gut weggesteckt hatte. „Die Grüns waren extrem treu. Wenn man den Ball auf die richtige Linie schickt, dann hat der Putt eine echte Chance zu fallen. Das hat großen Spaß gemacht."
In der Order of Merit klettert Macionga auf Rang drei. Vorn liegen Dario Antonisse (Niederlande) und Kristof Ulenaers (Belgien). Weiter geht der German Swing ab dem 16. Juni mit den VcG Köln Open im Golf- und Land-Club Köln in Refrath.