Mit 17 Jahren erreicht Lena Geier die nächste große Bühne ihrer noch jungen Karriere. Die langjährige bayerische Kaderspielerin aus dem Golf Resort Bad Griesbach hat sich für den PING Junior Solheim Cup qualifiziert und trifft am 7. und 8. September mit Team Europe auf die besten Nachwuchsgolferinnen der USA.
Manchmal reicht ein Anruf, um aus einem ohnehin besonderen Golfsommer einen unvergesslichen zu machen. Bei Lena Geier kam dieser Anruf am Samstag. Am anderen Ende der Leitung: Anne van Dam. Fünfmalige Siegerin auf der Ladies European Tour, ehemalige Solheim-Cup-Spielerin – und 2026 Kapitänin des europäischen Teams beim PING Junior Solheim Cup.
Die Nachricht war kurz und ziemlich eindeutig: Lena, du bist dabei.
„Ich habe mich natürlich riesig gefreut“, erzählt die 17-Jährige. Van Dam habe ihr persönlich mitgeteilt, dass sie zu den sechs Spielerinnen gehöre, die sich über das Ranking für Team Europe qualifiziert haben. Damit wird aus einer der erfolgreichsten Nachwuchsgolferinnen Bayerns im September eine von zwölf jungen Spielerinnen, die Europa gegen die USA vertreten.
Für den Bayerischen Golfverband ist diese Nominierung deshalb eine besondere. Denn Lena Geier taucht nicht erst seit diesem Sommer auf den großen Leaderboards auf. Ihr Weg führte über viele Jahre durch den bayerischen Nachwuchsleistungssport. Als Kaderspielerin des BGV sammelte sie Titel, internationale Erfahrung und früh erste Berührungspunkte mit dem Leistungssport auf höchstem Niveau.
Bereits in jungen Jahren gehörte die Spielerin aus Ringelai zu den auffälligsten Talenten ihres Jahrgangs. 2022 gewann sie beispielsweise gleich zwei Altersklassen bei den Bayerischen Jugendmeisterschaften. Ein Jahr später wurde sie Bayerische Meisterin der AK 14 und wenige Monate danach Deutsche Meisterin. Man ermöglichte ihr zudem per Wildcard einen frühen Start in einem Profiturnier – mit 14 Jahren spielte sie dort zwischen erfahrenen Professionals bis weit vorne im Leaderboard.
Es waren frühe Hinweise darauf, wohin dieser Weg führen könnte.
Heute gehört Geier zum Golf Team Germany. Und aus bayerischen Meisterschaften, Kadermaßnahmen und ersten internationalen Turnieren sind Starts auf den größten Amateurbühnen Europas geworden.
Vor allem die vergangenen Wochen zeigen, welchen Sprung die Niederbayerin inzwischen gemacht hat. Bei der Team-Europameisterschaft der Mädchen im Golf & Country Club Zürich gewann Geier die Zählspielqualifikation. Bei der English Girls' Open Amateur Stroke Play Championship folgte Rang drei.
Dann kam Dänemark. Aufgrund ihrer starken Leistungen erhielt Geier eine Einladung zur LET Access Series – und damit die Gelegenheit, sich erstmals direkt mit Professionals zu messen. Was folgte, war weit mehr als ein vorsichtiges Herantasten.
Mit Runden von 72, 74 und 75 Schlägen lag die 17-Jährige nach 54 Löchern gemeinsam mit zwei Konkurrentinnen an der Spitze. Erst im anschließenden Stechen musste sie sich geschlagen geben.
„Allein nach drei Runden bei meinem LETAS-Debüt geteilt an der Spitze zu liegen, war für mich schon etwas richtig Besonderes“, sagt Geier. Enttäuschung über das verlorene Playoff? Kaum. „Der zweite Platz und vor allem die ganze Erfahrung haben mich einfach extrem gefreut.“
Viel Zeit zum Verarbeiten blieb ohnehin nicht. Direkt danach ging es weiter nach Schottland zur R&A Girls' Amateur Championship – einem der bedeutendsten Nachwuchsturniere der Welt. Und wieder stand Lena Geier nach dem Zählspiel ganz oben. Runden von 67 und 71 Schlägen bedeuteten Platz eins in der Qualifikation. Im anschließenden Matchplay kam zwar bereits in Runde eins das Aus, doch die entscheidenden Punkte für das große Ziel waren gesammelt.
Denn der Wettbewerb in Schottland bildete gleichzeitig den Abschluss der europäischen Qualifikation für den Junior Solheim Cup.
Und Geier war drin! Nicht über einen Captain's Pick. Sondern als eine der sechs bestplatzierten Spielerinnen des europäischen Qualifikationsrankings.
Am 7. und 8. September ändert sich für Lena Geier deshalb auch die Farbe des Trikots. Dann geht es nicht um Bad Griesbach. Nicht um Bayern. Und auch nicht um Deutschland.
Dann geht es um Europa.
Beim PING Junior Solheim Cup treten zwölf der besten europäischen Nachwuchsgolferinnen gegen zwölf Spielerinnen aus den USA an. Gespielt werden Fourballs, Foursomes und zum Abschluss zwölf Einzel. Austragungsort ist Bernardus Golf in den Niederlanden – und 2026 wartet eine Premiere: Erstmals wird der Junior Solheim Cup auf demselben Platz ausgetragen wie wenige Tage später der Solheim Cup der Professionals.
Für Geier dürfte genau das die Dimension dieser Woche noch einmal verändern.
Nach den eigenen Matches bleibt das Junior Team Europe vor Ort. Ab dem 11. September können die Nachwuchsspielerinnen verfolgen, wie Europas beste Professionals auf demselben Platz gegen die USA antreten.
„Darauf freue ich mich natürlich auch extrem, weil es bestimmt nochmal etwas ganz Besonderes ist, nach unserem eigenen Wettbewerb gemeinsam als Team dabei zu sein“, sagt Geier.
Vielleicht ist es genau dieser Moment, der zeigt, wie weit ihr Weg inzwischen geführt hat.
Von den ersten Erfolgen im bayerischen Nachwuchsgolf. Über Jahre im Kader des Bayerischen Golfverbands. Über nationale Titel und internationale Meisterschaften.
Bis in ein europäisches Team.
Lena Geier spielt für Team Europe.