Am 22. November trafen sich die Mitglieder des Bayerischen Golfverbands zum Fachkongress Golf in der Sportschule Oberhaching. Der Tag brachte konkrete Punkte auf den Tisch, die Clubs in Bayern für die kommenden Jahre brauchen. Es ging um Ehrenamt, Nachwuchs, Kommunikation und Technik. Die Richtung ist klar. Die Anlagen sollen strukturiert, modern und belastbar arbeiten.
Der Vortrag von Markus Lawatsch vom Deutschen Golf Verband machte den Auftakt und bildete zugleich einen Höhepunkt. Zu Beginn stellte er die Frage, ob jemand im Saal das Jugendwort des Jahres 2025 kenne. "Das crazy". Wer es nicht kennt, verliert den Kontakt zur Zielgruppe. Es geht nicht darum, so zu sprechen. Es geht darum zu verstehen, wie Kinder und Jugendliche denken, fühlen und kommunizieren.
Lawatsch präsentierte Zahlen, die den Handlungsbedarf klar belegen. Nur 6,2 Prozent der Golfmitglieder in Deutschland sind Junioren. Die Clubs gewinnen junge Spieler, verlieren sie aber im Übergang zur nächsten Entwicklungsstufe. Die Auswertung der Players 1st Rückmeldungen zeigt, woran es hängt. Training und Trainer haben den größten Einfluss auf die Zufriedenheit. Gute Nachwuchsarbeit braucht Menschen, die präsent sind und Beziehungen aufbauen. Die Anwesenden reagierte nachdenklich - bei den Gesprächen in den Pausen hörte man häufig, dass es einen Aufbruch braucht.
Dr. Daniel Neuß stellte die Kampagne Golf ist gesund vor, die der BGV in 2025 gestartet hat und an der sich im ersten Jahr bereits 30 BGV-Mitglieder mit ihren Schnupperkursen beteiligt haben. Erste Ergebnisse zeigen steigende Reichweiten. Clubs können kostenlos diese Serviceleistung des BGV für die eigene Mitgliedergewinnung nutzen. Wer sich anschließt, steigert seine Sichtbarkeit und spricht Zielgruppen an, die Golf bisher kaum wahrnehmen.
Der Bericht aus dem GC Fränkische Schweiz sorgte für sichtbare Motivation. Geschäftsführerin Heidrun Klump und Strategin Frances Donner zeigten, wie sich ein Club innerhalb von acht Wochen neu sortieren kann. Der Prozess schuf klare Zuständigkeiten und kurze Entscheidungswege. Mitglieder und Führung wurden eng eingebunden. Das Ergebnis: mehr Ruhe, mehr Orientierung und ein gemeinsamer Blick auf die Zukunft.
Der Vortrag machte Mut. Veränderung gelingt, wenn man sie bewusst angeht. Der Club zeigte, dass auch kleinere Anlagen mit begrenzten Mitteln handlungsfähig sind, sobald Struktur und Strategie klar vorgegeben sind.
Nina Kienhöfer von Husqvarna Deutschland gab einen Einblick in die Entwicklung autonomer Mäher. Diese Systeme verbessern die Qualität der Rasenpflege, entlasten die Greenkeeper und reduzieren den Verbrauch von Ressourcen. Vorgestellt wurden außerdem neue Sicherheitsfunktionen, die den Betrieb auf den Anlagen weiter verbessern sollen. Diese Neuerungen sind für viele Clubs wichtig, da aktuell intensiv über ein mögliches Nachtmähverbot gesprochen wird. Für viele Clubs eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, ihre Pflegearbeiten stabiler und vorausschauender zu organisieren.
Sarah Vogel von der DOSB Führungsakademie machte klar, wie wichtig ein systematisches Ehrenamtsmanagement ist. Viele Clubs verlassen sich darauf, dass sich Engagement von allein findet. Das funktioniert selten. Vogel zeigte, welche Bausteine eine stabile Basis ausmachen. Dazu gehören klare Aufgaben, feste Ansprechpartner und ein wertschätzender Umgang. Freiwillige bringen Zeit und Energie mit. Sie brauchen Orientierung und Rückhalt, damit sie dauerhaft mitarbeiten. Der vorgestellte Ehrenamtszyklus mit Interesse, Einstieg, Entwicklung und Beendigung bietet dafür ein praktikables Modell.
Vor Ort waren auch die Partner Albatros, Husqvarna, Simpact, Club Car Cart Care sowie Punctus. Sie standen den Mitgliedern für Fragen zur Verfügung. Der Austausch war offen, konkret und aus Sicht vieler Teilnehmer sehr hilfreich. Zahlreiche Clubs nahmen die Gelegenheit wahr, Themen direkt mit den Experten zu besprechen.
Der Kongress machte deutlich, welche Aufgaben auf die bayerischen Clubs zukommen. Stabile Strukturen, verlässliches Ehrenamt, klare Nachwuchsarbeit, starke Kommunikation und moderne Technik bilden die Grundlage für eine belastbare Zukunft. Die Teilnehmer gingen mit dem Gefühl nach Hause, dass der Aufbruch gelingen kann.