Es war ein Tag, der alles hatte. Erst die Hitze, dann das Gewitter, dazwischen 60 Kinder, die nicht mehr still sitzen konnten.
Am Sonntagmorgen um 8 Uhr ging es im Zwei-Tee-Start los, die letzten Gruppen waren ab halb zehn unterwegs. Schon da stand die Sonne so hoch, dass der Golfclub Wasser auf dem Platz verteilte. Geplant war das Turnierende für 14 Uhr. Dann zog das Gewitter rund um das Gelände auf, und ein Sirenensignal veranlasste die sofortige Spielunterbrechung. Die Referees sorgten anschließend für die unverzügliche Evakuierung aller Spielerinnen und Spieler.
Drei Stunden Unterbrechung. Auf einer Anlage, auf der eben noch konzentriert geputtet wurde, standen plötzlich 60 Kinder und ihre Eltern unter Dach und hatten nichts mehr zu tun. Drei Stunden sind in diesem Alter Ewigkeit. Es wurde eng, es wurde hektisch, vor allem als beim Essen und Trinken alle gleichzeitig anstanden. Dass die Stimmung nicht kippte war kein Zufall: Das Team des Golfclubs und die Gastronomie hielten den betrieb am Laufen, das Sekretariat und die Referees koordinierten im Hintergrund, sortierten und beruhigten. Gegen 17 Uhr fiel der letzte Putt – drei Stunden später als gedacht, aber er fiel.
Bei den Mädchen spielte Titelverteidigerin Elena Archontoglou vom GC Am Reichswald in ihrer eigenen Liga. 75 zum Auftakt, am Sonntag dann eine 69 – die einzige Runde unter 70 im gesamten Feld, Jungen wie Mädchen. Während um sie herum die Scores im Bereich der 80er und 90er lagen, blieb sie ungerührt unter Par. Gesamt 144, 25 Schläge vor Filippa Waeber vom Münchener GC. Frida Herrmann aus Straubing komplettierte mit 173 das Podest. Am Ende war es kein Wettkampf um den Titel mehr, sondern eine Demonstration.
Bei den Jungen wurde es spannender. Noah Schwarz vom GC Pleiskirchen legte mit einer 70 die Runde des Tages vor und nahm ein komfortables Polster mit in den Sonntag. Dann kam die 77. Fünf Schläge schlechter als am Vortag, und auf einmal war das Feld wieder in Schlagdistanz. Vor allem Louis-Juan Masa Bertinatto vom Münchener GC blieb dran, spielte mit einer 74 die zweitbeste Runde des Tages und schob sich auf 149 Schläge heran. Doch Schwarz brachte das Polster über die Linie: 147 Schläge gesamt, der Titel gegen den eigenen Durchhänger verteidigt. Dahinter staute sich das Feld: Ben Pommer (GC Maria Bildhausen), Julian Stangassinger und Maximilian Bichlmeier landeten allesamt auf 154 Schlägen und teilten sich die Plätze drei bis fünf, getrennt nur noch durch ein besseres Ergebnis am zweiten Turniertag.
Was bleibt von diesem Tag in Neumarkt? Zwei souveräne Sieger, ja. Aber vor allem das Bild eines Clubs, der unter Druck nicht den Faden verlor. Hitze am Morgen, Gewitter am Nachmittag, ein Zeitplan, der um zwei Stunden aus den Fugen geriet – und am Ende standen die Meister fest