Der GC Am Habsberg gewinnt den letzten Spieltag der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf im Münchener GC und zieht als Aufsteiger in die Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft ein. Während in Habsberg gefeiert wird, endet die Saison für die weiteren bayerischen Teams mit sehr unterschiedlichen Perspektiven.
Die Führung war groß, doch verwalten wollte sie beim GC Am Habsberg niemand. Schon nach dem Samstag lag der Aufsteiger beim entscheidenden Spieltag in München klar vorne. Am Sonntag folgte deshalb kein vorsichtiger Blick auf die Konkurrenz, sondern der nächste Angriff.
Mit insgesamt 33 Schlägen unter Par gewann Habsberg den fünften Spieltag der 1. Bundesliga Süd und sicherte sich damit das Ticket für das Final Four am 1. und 2. August am Riedhof. Dort spielt die Mannschaft um die Deutsche Meisterschaft.
„Wir wollten die Führung nicht verwalten, sondern am Sonntag noch einmal ausbauen“, sagte Captain Christian Stibor. „Das ist uns geglückt.“
Vor der Saison war der GC Am Habsberg als Aufsteiger in die Bundesliga gestartet. Nun gehört die Mannschaft zu den vier besten Teams Deutschlands. Zuletzt war dieses Kunststück dem GC Hösel in der Saison 2018 gelungen. Der Erfolg in München kam nicht durch einen einzelnen Ausreißer zustande. Habsberg trat geschlossen auf, nutzte die gute Ausgangslage und ließ auch am entscheidenden Tag nicht nach. Gerade diese Haltung machte den Unterschied. „Keiner hat vor der Saison erwartet, dass wir ins Final Four gehen“, sagte Stibor. „Deswegen konnten wir ohne Druck frei aufspielen.“
Auch Sven Czyperreck, Vizepräsident und Sportdirektor des GC Am Habsberg, stellte die Leistung der gesamten Mannschaft heraus: „Wir sind mächtig stolz auf die Truppe.“
Im Halbfinale am Riedhof wartet mit dem GC Hubbelrath ein Gegner, der seit Jahren zu den prägenden Mannschaften der Deutschen Golf Liga gehört. Habsberg geht dennoch nicht ohne Hoffnung in das Duell. „Da sehen wir uns in der Außenseiterrolle“, sagte Stibor. „Aber im Matchplay ist alles möglich.“ Bevor die Vorbereitung auf die Endrunde beginnt, darf beim Aufsteiger allerdings erst einmal gefeiert werden.
Der GC St. Leon-Rot belegte beim Saisonabschluss mit 26 Schlägen unter Par den zweiten Platz. Die Mannschaft hatte ebenfalls Chancen auf den Tagessieg, konnte Habsbergs Vorsprung auf den Grüns jedoch nicht entscheidend verkürzen. „Wir haben unsere Möglichkeiten leider nicht genutzt, um den Ausgang des Spieltags länger offen zu gestalten“, sagte Trainer Marco Müntnich. Genau daran wolle das Team vor dem Final Four arbeiten, um sich am Riedhof wieder zu belohnen.
Für die Männer des Münchener GC endete der Heimspieltag auf Rang vier. Die Gastgeber kamen wie der drittplatzierte Frankfurter GC auf neun Schläge unter Par. Für Trainer Arne Dickel steht nach dem Saisonabschluss zunächst eine sachliche Analyse an. Sein Blick richtet sich dabei bereits auf die kommende Spielzeit. Vor allem die Entwicklung der jungen Spieler habe ihm in dieser Saison Freude bereitet. Der Münchener GC wolle diesen Weg weitergehen und seinen Nachwuchs konsequent unterstützen.
Der GC Augsburg verabschiedet sich dagegen aus der 1. Bundesliga. Auch am letzten Spieltag kam die Mannschaft nicht über den fünften Platz hinaus und beendet die Saison auf dem letzten Tabellenrang.
Bei den Frauen war die Entscheidung über den Einzug ins Final Four bereits vor dem letzten Spieltag gefallen. Der GC St. Leon-Rot und der Stuttgarter GC Solitude vertreten die Südgruppe bei der Endrunde. Dort treffen sie auf den Hamburger GC und den Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee.
St. Leon-Rot unterstrich in München noch einmal seine starke Saison. Mit einem Gesamtergebnis von Par gewann das Team auch den fünften Spieltag. Vier Tagessiege und ein zweiter Platz zeigen, wie konstant sich die Mannschaft durch die Saison gespielt hat.
Trainer Sebastian Buhl sieht darin vor allem das Ergebnis einer kontinuierlichen Entwicklung. „Wir konnten uns von Spieltag zu Spieltag steigern“, sagte er. „Genau diese Entwicklung macht uns besonders stolz, denn sie zeigt, dass sich die gemeinsame Arbeit und der Einsatz aller ausgezahlt haben.“
Auch der Modus beim Final Four kommt der Mannschaft entgegen. Im Matchplay zählt nicht allein das persönliche Ergebnis. Jede Partie wird zum direkten Duell, jede Spielerin kann ihrem Team unmittelbar einen Punkt sichern.
„Dabei zählen vor allem Zusammenhalt, Kampfgeist und gegenseitige Unterstützung“, sagte Buhl. Eigenschaften, die seine Mannschaft während der gesamten Saison gezeigt habe.
Der Stuttgarter GC Solitude beendete den Spieltag mit 16 Schlägen über Par auf Rang zwei. Zwei Spielerinnen kamen dabei erstmals in dieser Saison in der 1. Bundesliga zum Einsatz. Dennoch präsentierte sich das Team geschlossen.
Der Blick der Stuttgarterinnen richtet sich bereits vollständig auf den Riedhof. Eine Proberunde hat die Mannschaft absolviert. Trainer Heiko Burkhard kündigte an, beim dritten Final-Four-Auftritt in Serie in starker Besetzung anzutreten.
Für die Frauen des Münchener GC reichte es beim Heimspiel mit 18 Schlägen über Par zum dritten Platz. Die Endrunde findet damit ohne die Gastgeberinnen statt. Trainer Alexander Linner zog dennoch ein positives Saisonfazit.
Nach einer zurückhaltenden Vorsaison habe sich sein Team deutlich weiterentwickelt und mehrfach Chancen auf bessere Platzierungen erarbeitet. Besonders der starke Auftritt beim Spieltag in Fürth bleibt in Erinnerung.
Der 1. GC Fürth muss dagegen den Abstieg hinnehmen. Die Mannschaft beendete auch den letzten Spieltag auf Rang fünf. Trainer Michael Heffner sprach offen über die Enttäuschung, verwies aber zugleich auf die positiven Momente einer schwierigen Saison. Dazu gehörte insbesondere das Hole-in-One von Laura Götz beim Auftakt in St. Leon-Rot.
Während für Augsburg und Fürth nun die Aufarbeitung einer schwierigen Spielzeit beginnt, richtet sich der bayerische Blick auf den Riedhof. Dort geht es Anfang August um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Und mit dem GC Am Habsberg steht ein Team im Mittelpunkt, das vor der Saison kaum jemand auf der Rechnung hatte.