Frühlingsluft, perfekte Platzbedingungen und Lochspiel-Dramatik bis in die letzten Bahnen: Die Bayerische Mannschaftsmeisterschaft 2026 im GC Lichtenau-Weickershof hat geliefert, was der Sport verspricht. Am Ende jubeln der GC Am Habsberg bei den Herren und der Münchener Golf-Club bei den Damen.
Sie haben den Winter anders genutzt als andere. Nicht nur am Schwung gefeilt, nicht nur Fitnessstunden abgesessen – der GC Am Habsberg hat sich mental neu aufgestellt. "Das mentale Training haben wir ganz bewusst in den Fokus gerückt", sagt Kapitän Christian Stibor. Der Grund ist klar: Am Horizont leuchtet die erste Bundesliga, und wer dort bestehen will, braucht mehr als Technik.
Am Samstag, dem ersten Spieltag, bewies die Mannschaft aus der Oberpfalz, was dieses Training wert ist. Im Zählspiel setzte sich Habsberg mit einem Teamtotal von Level Par an die Spitze – drei Jahre in Folge lassen die Habsberger den Münchener GC im Zählspiel hinter sich. Die beste Einzelrunde spielte Florian Dittrich mit 2 unter Par. Eine Bank, wie Stibor sagt.
Hinter Habsberg kämpfte der Münchener GC mit +8 um den zweiten Platz – Jakob van de Flierdt war mit einer Runde von 1 unter Par der einzige Münchener im Minusbereich. Dahinter folgten GC München Valley mit +17, angeführt von Nicolas Horder ebenfalls mit -1, sowie GC Feldafing mit +34, der sich auf der Runde des Zählspiels sichtlich schwertat.
Doch wirklich entschieden wurde die Meisterschaft am Sonntag, im Lochspiel-Finale. Und da war Habsberg gnadenlos. 5:1 gegen den Münchener GC. Korbinian Walther ließ Leo Böhm keine Chance (5&4), Leon Breimer deklassierte Constantin Mons (4&3), und auch Florian Dittrich bewies auf der Schlussrunde erneut seine Klasse mit einem 1&0-Sieg gegen Jakob van de Flierdt. Das i-Tüpfelchen setzte ein Youngster: Sebastian Volk gewann sein Lochspiel ebenfalls mit 1&0. Lediglich Marian Ludwig und Felix Haubenschild teilten ihre Partien jeweils.
„Wir haben unsere WhatsApp-Gruppe in ‘Road to Riedhof’ umbenannt“, verrät Stibor mit einem Lächeln. Gemeint ist der GC München-Riedhof, wo im August das Final Four der Bundesliga steigt. Habsberg will dabei sein und nach diesem Wochenende sieht vieles danach aus, dass die Jungs aus dem Habsberg das Zeug dazu haben.
Im Spiel um Platz 3 setzte sich GC Feldafing gegen GC München Valley mit 3,5:2,5 durch. Leonard Pumpe und Marvin Aurnhammer sowie Moritz Bayer holten die entscheidenden Punkte für Feldafing. Miko Apfel und Leon Marc Lange konnten für München Valley kontern – am Ende zu wenig.
Am Finaltag fehlte Lilly Dullinger aus privaten Gründen. Dullinger war am Vortag noch die beste Einzelspielerin im Zählspiel gewesen – 2 unter Par, Bestwert im gesamten Damen-Feld. Ein herber Ausfall, kurz vor dem entscheidenden Duell. Doch Kapitän Alex Linner ließ sich nicht erschüttern: „Der Kader ist breit und geht in die Tiefe und genau das macht uns als Team stark.“
Hinter den Münchenerinnen war es beim Blick auf die Zählspiel-Qualifikation ausgesprochen eng: GC Starnberg belegte mit +25 den zweiten Platz, der 1. GC Fürth folgte mit nur einem Schlag Rückstand auf +26. Starnbergs beste Spielerin Maria Anetseder kam mit einer Par-Runde als Einzige ihres Teams ohne Schläge über Par durch. Augsburg mit +46 komplettierte das Feld.
Im Finale gegen den GC Starnberg lieferten andere ab. Theresa Steinberg gewann ihr Lochspiel mit 1&0, Noelia Schlemmer Tabener ließ Nicola Schuster mit 5&3 keine Chance, Charlotte Eichhorn dominierte Julia Gerlach 5&4. Annabelle Sapper teilte gegen Maria Anetseder – es reichte zum 3,5:2,5-Sieg für die Münchenerinnen.
Das Spiel um Platz 3 zwischen dem 1. GC Fürth und GC Augsburg entschied Fürth mit 3,5:2,5 für sich. Franziska Bremm dominierte ihr Einzel mit 6&5, auch Reyhan Ayse Karadag und Nathalie Hartman lieferten ab. Augsburg punktete durch Gardis Münzenrieder – zu wenig, um die Niederlage noch abzuwenden.
Der GC Lichtenau-Weickershof erwies sich einmal mehr als perfekter Gastgeber für Lochspiel-Golf. Das Layout fordert taktisches Denken vom ersten Abschlag an – wer hier nur auf Länge setzt, verliert. Präzision ins Grün, gutes Kurvenmanagement, mentale Stabilität nach einem verlorenen Loch: Das sind die Tugenden, die dieser Kurs belohnt. Dazu strahlend blauer Himmel, frühlingshafte Temperaturen – bessere Bedingungen für ein Meisterschaftswochenende sind kaum vorstellbar.