Drei Mitglieder des GC Am Habsberg fokussiert auf dem Golfplatz
Text: Tobias Hennecke Bilder: Tobias Hennecke

Von der Oberliga nach Europa: Habsberg vor dem nächsten großen Kapitel

Vom Bundesliga-Aufsteiger zum Deutschen Meister und jetzt auf Europas Golfbühne: Der GC Am Habsberg setzt seine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte fort. Vom 22. bis 24. Oktober vertreten drei Spieler aus der Oberpfalz Deutschland bei der European Men's Club Trophy in Bordeaux. Und die Mannschaft reist mit durchaus ambitionierten Zielen nach Frankreich.

Was für ein Jahr für den GC Am Habsberg. Erst die Premiere in der 1. Bundesliga, dann der für viele überraschende Triumph beim Final Four der Deutschen Golf Liga im GC München-Riedhof. Nun wartet auf die Oberpfälzer die nächste Herausforderung: der Europapokal der nationalen Clubmeister.

Innerhalb weniger Jahre hat sich Habsberg von der Oberliga bis an die Spitze des deutschen Mannschaftsgolfs gespielt. Mit dem ersten Deutschen Meistertitel der Clubgeschichte Anfang August sicherte sich das Team zugleich die Teilnahme an der European Men's Club Trophy. Dort treffen vom 22. bis 24. Oktober insgesamt 23 Meisterclubs aus ebenso vielen Nationen aufeinander.

Für Trainer Peter Wolfenstetter ist die Reise nach Frankreich der vorläufige Höhepunkt einer Saison, die sämtliche Erwartungen übertroffen hat. "Das ist mehr als das, was wir vor der Saison erwartet hatten", erklärte der Meistercoach gegenüber golf.de.

Drei Spieler vertreten Habsberg in Bordeaux

Während in der Deutschen Golf Liga ein größerer Mannschaftskader zum Einsatz kommt, ist das Aufgebot beim Europapokal auf drei Spieler begrenzt. Für Habsberg gehen Florian Dittrich, Sebastian Volk und Eric Dörrenberg an den Start. Betreut wird das Trio von Peter Wolfenstetter und PGA-Professional Gregor Volk.

Besonders Eric Dörrenberg reist mit reichlich Selbstvertrauen an. Erst vor wenigen Wochen gewann er die Bayerische Vierer-Meisterschaft. Anschließend sorgte er beim "Race to Zala Springs" im GC Berchtesgadener Land mit einer 64er-Runde für einen neuen Platzrekord. Ein bemerkenswerter Formnachweis unmittelbar vor dem internationalen Saisonhöhepunkt.

Mit Florian Dittrich und Sebastian Volk stehen ihm zwei weitere Spieler aus der Meistermannschaft zur Seite. Gemeinsam wollen sie die Erfolgsserie der Oberpfälzer auch auf europäischer Ebene fortsetzen.

Eric Dörrenberg (rechts) feierte im September den Bayerischen Vierermeister-Titel.

Wolfenstetter kennt den Weg aufs Podium

Gespielt wird auf dem Châteaux Course von Cabot Bordeaux in Le Pian-Médoc. Der Linksplatz mit sandigem Untergrund, zahlreichen Bunkern und festen Fairways verlangt präzises Course Management. Gerade bei den spätherbstlichen Bedingungen an der französischen Atlantikküste dürfte die richtige Strategie eine entscheidende Rolle spielen.

Für Habsbergs Trainer ist die Anlage kein Neuland. Bereits 2019 führte Wolfenstetter den Stuttgarter GC auf demselben Platz zur Bronzemedaille beim Europapokal. Eine Erfahrung, von der seine Mannschaft nun profitieren könnte. Zum Favoritenkreis zählen unter anderem Titelverteidiger Smørum Golfklub aus Dänemark und der französische Vertreter Golf de Terre Blanche. Doch auch Habsberg will sich nicht mit der Rolle des Außenseiters zufriedengeben.

"Wir wollen aber auch ein Wörtchen mitreden, wenn es um die vorderen Plätze geht", sagt Wolfenstetter gegenüber golf.de.

Drei Runden entscheiden über Europas Clubmeister

Der Wettbewerb wird über drei Tage im Einzelzählspiel ausgetragen. Pro Runde kommen die beiden besten Ergebnisse der jeweils drei eingesetzten Spieler in die Mannschaftswertung. Nach insgesamt 54 Löchern steht fest, welcher Club sich Europas Krone aufsetzen darf.

Der letzte deutsche Sieg liegt bereits 20 Jahre zurück. 2006 gewann der GC St. Leon-Rot die European Men's Club Trophy in Griechenland. Nun bekommt der GC Am Habsberg die Gelegenheit, diese lange Durststrecke zu beenden. Dass die Oberpfälzer überhaupt in Bordeaux abschlagen, ist bereits eine der bemerkenswertesten Geschichten der deutschen Golfsaison. Als Aufsteiger gestartet, als Deutscher Meister gefeiert und nun im Kreis der europäischen Elite angekommen.

Wie weit die Reise noch führt, wird sich in Bordeaux zeigen. Unterschätzen dürfte den GC Am Habsberg inzwischen jedenfalls niemand mehr.

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