Drei Tage, vier gewonnene Duelle und ein Deutscher Meistertitel: Die AK-30-Damen des Münchener GC setzen sich bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft im GC Gäuboden durch. Nach einem Halbfinale, das erst im Stechen entschieden wird, lassen die Münchnerinnen im Endspiel gegen den Berliner GC Gatow nichts mehr anbrennen. Auch der GC Olching sorgt zum Auftakt für starke bayerische Ergebnisse.
Der Weg zum Titel führte über ein Stechen, einen nervenstarken Rückputt und ein Finale, in dem früh klare Verhältnisse herrschten. Am Ende standen die Damen des Münchener GC ganz oben auf dem Podest. Mit einem 3,5:1,5 gegen den Berliner GC Gatow sicherten sie sich bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der AK 30 im GC Gäuboden erstmals den Titel. Und das ausgerechnet bei einer Meisterschaft in der bayerischen Heimat.
Dass die Münchnerinnen an diesem Wochenende einiges vorhatten, zeigte sich bereits in der Zählspielqualifikation. Mit insgesamt 382 Schlägen (+22) setzte sich die Mannschaft an die Spitze des Feldes. Besonders Vicki Stetter erwischte einen starken Auftakt: Ihre 68er-Runde (-4) war das beste Einzelergebnis des Tages. Silvia Wilms und Pia Gassner steuerten jeweils eine 76 (+4) bei.
Auch der GC Olching brachte sich in Position. Angeführt von Rachel de Heuvel, die eine 70 (-2) unterschrieb, sicherte sich das zweite bayerische Team mit nur drei Schlägen Rückstand den zweiten Platz der Qualifikation. Zwei bayerische Mannschaften an der Spitze – ein Auftakt nach Maß.
Mit dem Wechsel ins Lochspiel wurden die Karten allerdings neu gemischt. Der Münchener GC setzte sich im Viertelfinale mit 3,5:1,5 gegen den Frankfurter GC durch. Im anschließenden Halbfinale wartete mit dem GC Neuhof der Vorjahresfinalist. Und der machte den Münchnerinnen das Leben deutlich schwerer.
Nach den regulären Matches stand es 2,5:2,5. Pia Gassner hatte mit ihrem 1-auf-Erfolg gegen Anja Lundberg überhaupt erst dafür gesorgt, dass München im Rennen blieb. Die Entscheidung musste im Stechen fallen.
Die Wahl fiel auf Silvia Wilms. Bereits im regulären Halbfinale hatte sie ihr Einzel gegen Linn Emily Weber gewonnen. Nun standen sich beide Spielerinnen erneut gegenüber, diesmal am zehnten Loch. Wilms brachte ihren Abschlag aufs Fairway und ihre Annäherung auf rund sieben Meter an die Fahne. Der erste Putt rollte gut zwei Meter am Loch vorbei. Nachdem Weber ihren Par-Putt nicht verwandeln konnte, hatte die Münchnerin die Chance zur Entscheidung.
Sie lochte den Rückputt. München stand im Finale.
Einen Tag später ließen die Münchnerinnen gegen den Berliner GC Gatow keinen Zweifel daran, wer den Meisterpokal mit nach Hause nehmen wollte.
Tanja Morant und Jessica Lindlau sorgten im Vierer für den ersten Punkt. Mit einem deutlichen 6&5 gegen Nicole Kunz und Leonie Reuter brachten sie ihre Mannschaft früh in Führung. Silvia Wilms knüpfte an ihren Auftritt vom Vortag an und bezwang Olivia Neubauer ebenfalls mit 6&5. Damit fehlte München nur noch ein Punkt zum Titel.
Den holte Pia Gassner.
Gegen Franziska Loye hatte die frühere Nationalspielerin nach 15 Löchern bereits drei Bahnen Vorsprung. Zwar verkürzte ihre Gegnerin noch einmal, doch mit einem Lochgewinn an der 17 machte Gassner den 3&1-Sieg perfekt. Der dritte Punkt war da. Die Deutsche Meisterschaft entschieden.
Quirine-Louise Eijkenboom teilte ihr Match gegen Diana Karwelat, während Vicki Stetter ihr Einzel gegen Anne-Sophie Kuske abgeben musste. Am deutlichen Gesamtergebnis änderte das nichts mehr: 3,5:1,5 für den Münchener GC.
Was diese Meisterschaft aus Münchner Sicht besonders macht, ist die Art und Weise, wie sie zustande kam. Mal war es Vicki Stetter mit ihrer 68 zum Auftakt, mal Pia Gassner mit dem entscheidenden Punkt im Halbfinale. Silvia Wilms übernahm im Stechen Verantwortung, während Tanja Morant und Jessica Lindlau im Finale gemeinsam den ersten Punkt auf die Anzeigetafel brachten.
Der Erfolg verteilte sich auf viele Schultern. „Wir sind so eine harmonische Mannschaft, kennen uns so lange und können uns aufeinander verlassen“, erklärte Silvia Wilms nach dem Titelgewinn.
Für den GC Olching verlief das Wochenende nach dem starken Auftakt weniger glücklich.
Als Zweiter der Qualifikation in die Lochspiele gestartet, trafen die Olchingerinnen im Viertelfinale auf den Berliner GC Gatow. Sophie Hufnagl und Gabriela Weiß punkteten für den bayerischen Vertreter, doch zwei knappe Berliner Einzelsiege am letzten Loch entschieden die Begegnung mit 3:2 zugunsten von Gatow.
Nach einer weiteren Niederlage gegen den Hamburger GC spielte Olching am Finaltag um Platz sieben. Dort unterlag die Mannschaft dem Frankfurter GC ebenfalls mit 2:3 und beendete die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft auf dem achten Rang.
Mit dem GC Gäuboden hatte die Meisterschaft auch abseits der sportlichen Entscheidungen einen besonderen bayerischen Schauplatz. Der Club nahe Straubing richtete erstmals eine Deutsche Meisterschaft aus und begrüßte die besten AK-30-Damenmannschaften Deutschlands auf seinem Parklandkurs.
Für den Münchener GC wurde die Premiere zum perfekten Wochenende. Auf dem Podest folgten der Berliner GC Gatow auf Rang zwei und der G&LC Berlin-Wannsee, der sich im Spiel um Bronze mit 3,5:1,5 gegen den GC Neuhof durchsetzte.
Der Meisterpokal allerdings bleibt in Bayern.
Ergebnisse Finaltag, Flight A
Spiel um Platz 1: Münchener GC – Berliner GC Gatow 3,5:1,5
Morant/Lindlau – Kunz/Reuter 1:0 (6&5) · Gassner – Loye 1:0 (3&1) · Eijkenboom – Karwelat 0,5:0,5 (AS) · Wilms – Neubauer 1:0 (6&5) · Stetter – Kuske 0:1 (1auf)
Spiel um Platz 3: G&LC Berlin-Wannsee – GC Neuhof 3,5:1,5
Frie/Löser – Zipf/Kalbrunner 1:0 (5&4) · Loeper – Liehs 1:0 (3&2) · Klang – Pietrulla 0:1 (2&1) · Fischoeder – Weber 1:0 (3&2) · Kowohl – Lundberg 0,5:0,5 (AS)
Spiel um Platz 5: Hamburger GC – GC Hamburg-Walddörfer 3:2
Tidow/Fehlauer – Wiegmann/Schalk 1:0 (2&1) · Lorf – Schlatermund 0:1 (1auf) · Henke – Emmelmann 1:0 (3&2) · Mühldorfer – Kaeding 1:0 (2auf) · Labsch – Wehle 0:1 (1auf)
Spiel um Platz 7: Frankfurter GC – GC Olching 3:2
Preisler/Wagner – Becker/Grelle 1:0 (2&1) · Geis – Demleitner 1:0 (3&1) · Jedlicki – Drechsler 0:1 (4&3) · Junker – Hufnagl 0:1 (3&1) · Bolz – Weiß 1:0 (2&1)
Endstand Flight A:
1. Münchener GC
2. Berliner GC Gatow
3. G&LC Berlin-Wannsee
4. GC Neuhof
5. Hamburger GC
6. GC Hamburg-Walddörfer
7. Frankfurter GC
8. GC Olching
Endstand Flight B:
9. Stuttgarter GC Solitude
10. Dortmunder GC
11. GC Trier
12. GC Bergisch Land
13. Club zur Vahr
14. GK Braunschweig