BGV erweitert Platzvielfalt: Pilotprojekt mit variablen Lochgrößen startet in Bayern

Mehr Individualisierung, schnellere Erfolgserlebnisse und ein neuer Ansatz auf dem Grün: Der Bayerische Golfverband testet im Rahmen der Initiative „Platzvielfalt“ erstmals variable Lochgrößen auf ausgewählten Anlagen.

Mit der Initiative „Platzvielfalt“, initiiert vom Deutscher Golf Verband und der PGA of Germany, wird der Golfsport in Deutschland aktuell neu gedacht. Ziel ist es, Spielerinnen und Spielern aller Leistungsstufen ein passenderes, motivierenderes Spiel zu ermöglichen – insbesondere durch individuell gewählte Abschläge.

Auch in Bayern wird das Konzept bereits erfolgreich umgesetzt. Zahlreiche Clubs berichten von positiven Effekten auf Spielfluss, Motivation und Einstiegserlebnis. Nun geht der Bayerische Golfverband den nächsten konsequenten Schritt. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden auf mehreren Anlagen erstmals variable Lochgrößen getestet, die sich am individuellen Spielniveau orientieren.

"Vom Abschlag bis ins Loch gedacht"

"Die Rückmeldungen aus den Clubs zeigen klar, dass die Anpassung der Platzlängen ein wichtiger Schritt war", erklärt Tobias Hennecke, Pressesprecher des BGV. "Gleichzeitig haben wir gesehen, dass viele Herausforderungen erst auf dem Grün entstehen. Genau dort setzen wir jetzt an."

Die Idee: Wenn Golf bereits beim Abschlag individualisiert wird, soll diese Logik künftig auch beim Putten greifen. "Wir denken Platzvielfalt ganzheitlich – vom ersten Schlag bis zum letzten Putt", so der Verband weiter.

Konkrete Umsetzung in der Testphase

Im Rahmen der Pilotphase kommen unterschiedliche Lochgrößen zum Einsatz:

  • Handicap 36 und höher: Ø 18 cm
  • Handicap 18–36: Ø 14 cm
  • Handicap bis 18: Ø 10,79 cm (Standardmaß)

"Gerade Einsteiger profitieren enorm von frühen Erfolgserlebnissen auf dem Grün", heißt es aus dem Projektumfeld. "Ein gelochter Putt entscheidet oft darüber, ob jemand mit einem guten Gefühl vom Platz geht – oder eben nicht."

Stimmen aus den Clubs

Auch aus den beteiligten Anlagen gibt es erste Rückmeldungen.

"Wir beobachten, dass Spieler deutlich entspannter auf dem Grün agieren", berichtet ein Clubmanager einer teilnehmenden Anlage. "Die Hemmschwelle sinkt, gleichzeitig bleibt der sportliche Anspruch erhalten."

Ein Head-Pro ergänzt:
"Für viele ist das Putten der frustrierendste Teil des Spiels. Wenn wir hier ansetzen und Erfolgserlebnisse schaffen, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die gesamte Runde."

Und auch aus Spielersicht gibt es erste Eindrücke:
"Ich habe auf einmal das Gefühl, dass sich mein Spiel wirklich entwickelt", sagt ein Teilnehmer der Testphase. "Man wird belohnt ... und bleibt motiviert."

Wissenschaftliche Begleitung

Das Projekt wird parallel wissenschaftlich begleitet. Analysiert werden unter anderem:

  • durchschnittliche Putts pro Runde
  • Einfluss auf das Spieltempo
  • subjektives Spielerlebnis
  • langfristige Entwicklung der Handicaps

"Unser Ziel ist es nicht, Golf einfacher zu machen – sondern fairer und zugänglicher, betont der Verband.

Ein möglicher Baustein für die Zukunft?

Ob sich variable Lochgrößen langfristig etablieren können, ist derzeit offen. Klar ist jedoch: Der Golfsport befindet sich im Wandel – und neue Ansätze wie "Platzvielfalt" liefern wichtige Impulse für eine moderne Weiterentwicklung.

Der Bayerische Golfverband sieht sich dabei bewusst als Impulsgeber: "Wir wollen neue Wege testen, ohne die Identität des Spiels zu verlieren."

Hinweis: Diese Meldung ist Teil unseres Aprilspecials.

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