Vom 19. bis 21. Juni 2026 spielen Deutschlands beste Nachwuchsgolferinnen und -golfer im Golf Club Bad Saarow den Jugendländerpokal aus. Für Bayern ist es eine Rückkehr an einen besonderen Ort – und der Auftrag ist klar.
Es ist derselbe Platz. Dieselben dünenartigen Fairways, dieselben 133 Pot-Bunker, dieselbe schottisch anmutende Strenge des Faldo Course am Scharmützelsee. Hier, am Rand von Berlin, holte das bayerische Mädchen-Team vor einem Jahr in einem Herzschlagfinale den Titel. Jetzt kommen sie zurück. Und sie kommen, um zu verteidigen.
Der Jugendländerpokal ist der Vergleichskampf der Auswahlmannschaften der Landesgolfverbände. Jeder Verband nominiert seine besten Talente, jeder will den Pokal. Es ist kein Einzelturnier. Es ist Teamsport und genau das macht ihn so besonders.
Es war ein Finaltag mit allem, was den Jugend-Golfsport ausmacht: Emotionen, Nervenstärke – und ein Happy End für den BGV. Beide bayerischen Teams kämpften am Sonntag um Edelmetall. Beide kamen aufs Podium.
Die Mädchen krönten eine souveräne Woche. Im Finale gegen Baden-Württemberg setzte sich Bayern mit 4:2 durch. Jugend-Nationalspielerin Laura Schedel sorgte schon am Vormittag im Vierer an der Seite von Anna Weicker für das erste Ausrufezeichen – und legte im Einzel direkt nach. Zwei klare Einzelsiege brachten die Wende, ehe Lena Geier mit einem nervenstarken 3&2 den entscheidenden Punkt holte. Ein eingeschworenes Team, das nicht nur sportlich überzeugte.
Die Jungen zeigten Charakter. Nach einer bitteren Halbfinalniederlage gegen Hessen meldeten sie sich im kleinen Finale gegen Nordrhein-Westfalen eindrucksvoll zurück. Nach einem 1,5:1,5 aus den Vierern bewiesen die Einzelspieler Nerven: Sebastian Volk holte auf der 18 einen wichtigen Punkt, Leopold Heß und Henry Liebwein zogen nach, ehe Lennox Wex mit einem geteilten Match den Deckel draufmachte. Bronze – der verdiente Lohn.
Zwei Medaillen an einem Tag. Bayerns Stellung im bundesweiten Vergleich, eindrucksvoll unterstrichen.
Wer Bayerns Mädchen-Kader für 2026 liest, erkennt schnell: Hier steht keine Mannschaft, die hofft. Hier steht eine, die liefern soll.
Im Zentrum Lucia Fohrmann. Die erst 15-Jährige vom GC Starnberg hat in dieser Saison getan, wovon andere träumen: Sie qualifizierte sich über den Junior Qualifier für das Amundi German Masters – das einzige deutsche Turnier der Ladies European Tour – und maß sich auf den Green Eagle Golf Courses mit Profis wie Esther Henseleit und Alexandra Försterling. Wer mit 15 schon Tour-Atmosphäre geatmet hat, den schreckt ein Pot-Bunker in Bad Saarow nicht.
Neben ihr Anna Weicker (GC Augsburg), 2025 eine der Heldinnen des Finals, in dieser Saison Siegerin in der WAGR-Wertung beim italienischen Stopp der Faldo Junior Tour am Gardasee und erneut bayerische Meisterin ihrer Altersklasse. Dazu Cosima Feßmann (GC Am Reichswald), die sich zuletzt unter die besten Juniorinnen beim German-Masters-Qualifier spielte und ebenfalls bayerische Meisterin ihrer Klasse wurde. Laura Schedel (GC Schloss Guttenburg), Jugend-Nationalspielerin und im Vorjahr die Punktelieferantin in Vierer wie Einzel, ist erneut dabei.
Komplettiert wird das Team von Christina Archontoglou, Philippa El Husseini, Anna Ghiassian und Cosima Stark. Acht Spielerinnen, eine Mission: den Pokal in Bayern halten.
Die Jungenmannschaft kommt mit Selbstvertrauen zurück nach Bad Saarow. Bronze 2025, dazu der starke Auftritt beim Perspektiv-Team-Vergleich in Gernsheim, wo nur 1,5 Punkte zum Sieg gegen Baden-Württemberg fehlten. Bayerns Nachwuchs hat sich im Konzert der Landesverbände fest etabliert.
Vorneweg Ben Rehn (GC Augsburg), der am Gardasee gemeinsam mit Anna Weicker einen WAGR-Sieg auf der Faldo Junior Tour feierte. Ein Spieler in Form, ein Spieler, um den sich ein Team formieren kann. Mit Lennox Wex und Sebastian Volk stehen ihm zwei Bronze-Helden von 2025 zur Seite – beide holten im kleinen Finale entscheidende Punkte. Dazu Fabian Buhl, Felix Dietz, Moritz Dietz, Timo Issler und Ben Nelitz. Ein Kader, der Bayerns Tiefe im Nachwuchs zeigt.
Das Ziel ist klar: Diesmal soll es eine Medaille mehr glänzen.
Bad Saarow ist keine gewöhnliche Bühne. Das Precise Resort am Scharmützelsee verfügt über drei 18-Loch-Plätze – kreiert von Sir Nick Faldo, Arnold Palmer und Stan Eby – und zählt zu den ersten Anlagen Deutschlands mit dem Status „5-Sterne Superior". Die Jungen spielen auf dem anspruchsvollen Faldo Course, die Mädchen auf dem Arnold Palmer Platz.
Das Aushängeschild ist der Faldo Course Berlin, 1996 vom sechsfachen Major-Sieger entworfen und einer der besten Links-Plätze im deutschsprachigen Raum – 2022 wählte ihn Golf World auf Platz sieben aller deutschen Anlagen. Par 72, knapp 6.500 Meter von hinten. Dünenähnliche Fairways, schnelle, ondulierte Grüns, 133 Pot-Bunker und kaum ein Baum als Schutz vor dem Wind: Hier zählen Präzision und Nervenstärke, nicht pure Länge. Wer in Bad Saarow gewinnt, hat es sich verdient.
Gespielt wird über drei Tage. Zum Auftakt die Zählspielqualifikation – sie entscheidet über die Startposition in den K.-o.-Runden. Anschließend das Lochspiel: Viertelfinals, Halbfinals und am Sonntag das Finale samt Spiel um Platz drei, jeweils in Vierern und Einzeln. Mannschaftsgolf in seiner reinsten Form. Jeder Punkt zählt. Jedes Match kann das Turnier drehen.
Jugendländerpokal Mädchen und Jungen 19.–21. Juni 2026 · Golf Club Bad Saarow (Faldo & Arnold Palmer Course)
Team Bayern Mädchen: Christina Archontoglou, Cosima Feßmann, Lucia Fohrmann, Anna Ghiassian, Philippa El Husseini, Laura Schedel, Cosima Stark, Anna Weicker
Team Bayern Jungen: Fabian Buhl, Felix Dietz, Moritz Dietz, Timo Issler, Ben Nelitz, Ben Rehn, Sebastian Volk, Lennox Wex