Als am späten Samstagabend der Spendenscheck auf die Bühne getragen wurde, war aus einem ohnehin außergewöhnlichen Golfwochenende endgültig eines mit bleibender Wirkung geworden. 180.000 Euro waren beim dritten Bastian-Schweinsteiger-Cup zusammengekommen. Hans-Dieter Cleven, Mehrheitsgesellschafter des Quellness & Golf Resorts, machte daraus kurzerhand 200.000 Euro.
Das Geld geht an die Franz Beckenbauer-Stiftung und die Oliver Kahn-Stiftung. Zwei Organisationen, die an ganz unterschiedlichen Stellen ansetzen, aber dasselbe Ziel verfolgen: Menschen zu unterstützen, die nicht mit den gleichen Voraussetzungen ins Leben starten wie andere.
Der Moment auf der Bühne war deshalb mehr als der obligatorische Abschluss eines Charity-Turniers. Oliver Kahn sprach davon, beinahe sprachlos zu sein. Joel Beckenbauer stand gemeinsam mit seiner Mutter Heidi für die Stiftung seines Vaters auf der Bühne und nahm den Scheck neben Menschen entgegen, die er selbst als Kind bewundert hatte.
Genau darin liegt die besondere Geschichte dieses Wochenendes.
Seit drei Jahren führt Bastian Schweinsteiger mit dem Cup das Charity-Erbe von Franz Beckenbauer weiter. Er nutzt seine Bekanntheit nicht nur, um Menschen nach Bad Griesbach zu bringen, sondern um aus dieser Aufmerksamkeit konkrete Hilfe entstehen zu lassen. Sport, Gemeinschaft und gesellschaftliche Verantwortung waren schon für Beckenbauer eng miteinander verbunden. Schweinsteiger trägt diese Idee nun in seiner eigenen Art weiter.
Am Samstagmorgen zeigte sich Bad Griesbach zunächst von seiner sportlichen Seite. Bei bestem Sommerwetter starteten knapp 300 Golferinnen und Golfer gleichzeitig auf dem Beckenbauer Golf Course, dem Porsche Golf Course und dem Allfinanz Golfplatz Brunnwies.
Den ersten Flight auf dem Beckenbauer Course bildeten Bastian Schweinsteiger, Oliver Kahn, Felix Neureuther und Alexander Hartl. Bereits am ersten Abschlag warteten deutlich mehr Menschen als bei einem gewöhnlichen Amateurturnier. Ein kleiner Zuschauertross begleitete die Gruppe über den Platz.
Trotz großer Namen entstand dabei keine abgeschirmte Prominentenveranstaltung. Schweinsteiger und seine Mitspieler nahmen sich auch während der Runde Zeit für Fotos und Autogramme. Jugendspieler aus dem Golf Resort waren als Caddies dabei, trugen die Bags und wurden gelegentlich auch nach der richtigen Schlägerwahl gefragt.
Der sportliche Ehrgeiz war vorhanden, bestimmte aber nicht die Atmosphäre. Ein misslungener Abschlag wurde mit Humor genommen, ein guter Schlag umso lauter gefeiert. Es war eines dieser Turniere, bei denen die Flightpartner und die Gespräche zwischen zwei Löchern am Ende mindestens genauso wichtig sind wie das Ergebnis auf der Scorekarte.
Ganz ohne sportliche Höhepunkte ging es dennoch nicht. Steffen Dörnbrak vom GP Rheintal gelang bei der Defender Challenge tatsächlich das Hole-in-One vom Dach eines Landrovers. Sein Preis: genau das Fahrzeug, von dem er den Ball wenige Sekunden zuvor gespielt hatte.
Die stärkste Runde des Tages lieferte Lena Geier aus dem Golf Resort Bad Griesbach ab. Die Spielerin des Golf Team Germany spielte vier unter Par, sammelte 40 Bruttopunkte und wiederholte damit ihren Erfolg von der Premiere 2024. Bei den Herren setzte sich Julius Noah Gangl vom G&LC Berlin-Wannsee mit 35 Bruttopunkten durch.
Dass der Bastian-Schweinsteiger-Cup nicht mit dem letzten Putt endet, wurde bereits am Freitag deutlich. Der bayerische Abend brachte Tracht, Grillspezialitäten, eine gut gefüllte Eventhalle und die Tiroler Band „Die jungen Mundewurzn“ zusammen.
Am Samstag wechselte die Szenerie. Aus dem Turnierbetrieb wurde eine Players’ Night mit Champagner-Empfang, Galabuffet und Live-Musik. „Stressed Out“, die New City Beats und die Impulso Tenors sorgten dafür, dass sich die Veranstaltung spätestens nach der Siegerehrung nicht mehr wie ein klassischer Golfabend anfühlte.
Die Impulso Tenors hatten eigens für den Gastgeber „You are the Champion“ vorbereitet. Ein Titel, der an diesem Abend nicht nur auf Schweinsteigers sportliche Karriere passte. Denn der eigentliche Erfolg dieses Wochenendes ließ sich nicht in Stableford-Punkten messen.
Er stand in großen Zahlen auf dem Scheck.
200.000 Euro für die Franz Beckenbauer-Stiftung, die kranke, beeinträchtigte oder unverschuldet in Not geratene Menschen unterstützt. Und für die Oliver Kahn-Stiftung, die mit sogenannten Safe-Hubs sichere Bildungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen schafft.
So blieb nach drei Tagen in Bad Griesbach weit mehr zurück als Fotos mit bekannten Persönlichkeiten, gute Schläge und Erinnerungen an zwei lange Abende. Der Schweinsteiger-Cup zeigte, was möglich wird, wenn die Strahlkraft des Sports nicht nur für die große Bühne genutzt wird, sondern für Menschen, die diese Bühne selbst nie betreten würden.
Die vierte Auflage ist für 2027 bereits angekündigt.